Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Forschungsprojekt Interreg: Räumliche Effekte der transnationalen Zusammenarbeit und ihre Messbarkeit

Projektsteckbrief

  • Status Laufend
  • Start November 2018
  • Programm MORO

Die Vorbereitungen für die zukünftigen Programme der transnationalen Zusammenarbeit ab 2021 sind - auch in Corona-Zeiten - in vollem Gange. Ziel des Projekts ist es, die aus deutscher Sicht spezifischen räumlichen Herausforderungen in den Kooperationsräumen mit deutscher Beteiligung herauszuarbeiten und die Programmentwürfe entsprechend zu kommentieren. Um die Effekte der transnationalen Zusammenarbeit zukünftig besser messen zu können, erarbeitet das Projektteam zudem Empfehlungen zur Entwicklung der Indikatorsysteme.

Projektstart: November 2018

Ausgangslage

Die transnationale Zusammenarbeit ist laut der aktuellen Interreg-Verordnung ein wichtiges Instrument einer integrierten Raumentwicklung gemäß den Prioritäten der Kohäsionspolitik der EU. Ab 2021 beginnt eine neue siebenjährige EU-Förderperiode. Die Diskussion zur finanziellen Ausstattung und der Ausgestaltung der künftigen Kohäsionspolitik ist in vollem Gange. In Deutschland haben sich die Vorsitzenden der Deutschen Ausschüsse der sechs Interreg B-Programmräume mit deutscher Beteiligung (Länderebene) unter Vorsitz des BMI (AG Interreg) dafür ausgesprochen, Interreg B in der Förderperiode 2021 - 2027 wieder stärker auf integrierte territoriale Entwicklung und entsprechend der aktuellen räumlichen Herausforderungen und der Ziele der Territorialen Agenda 2020 auszurichten.

Im Mai 2018 hat die Europäische Kommission ihre Vorschläge für den mehrjährigen Finanzrahmen 2021 - 2027 und ein Paket von Verordnungsvorschlägen für die Kohäsionspolitik der EU ab 2021 vorgestellt. Der Vorschlag für die neue Verordnung der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit ist Teil dieses Pakets und bildet die Grundlage für die Interreg-Programme ab 2021. Demnach wird Interreg ein hoher europäischer Mehrwert zugemessen und soll weiterhin durch spezifische Programme finanziert werden. Die Interreg-Programmatik soll sich künftig wieder mehr auf ihre eigentliche Stärke beziehen, nämlich auf die Förderung von Kooperation und Kommunikation in funktionalen Gebieten. So soll es neben den fünf allgemeinen EFRE-Zielen zwei Interreg-spezifische Ziele geben, die sich insbesondere auf bessere "Interreg-Governance" beziehen. Dort, wo die Programme "der Unterstützung einer makroregionalen Strategie dienen", soll der gesamte EFRE-Beitrag für die Ziele dieser Strategie eingesetzt werden. Neu ist auch, dass es künftig Interreg-spezifische Indikatoren geben soll, ein wichtiger Punkt, um den Beitrag der Interreg B-Programme zum territorialen Zusammenhalt der Europäischen Union, mithin für gleichwertige Lebensbedingungen in Europa, besser abzubilden.

Ziel

Das Projekt unterstützt BMI, BBSR und die Deutschen Ausschüsse bei der anstehenden Programmierung der künftigen Interreg B-Programme. Aus deutscher Perspektive arbeitet das Projektteam spezifische räumliche Herausforderungen in den verschiedenen Kooperationsräumen heraus, die einer transnationalen Zusammenarbeit bedürfen. Darüber hinaus erarbeitet es Empfehlungen zu geeigneten Indikatorsystemen, um die räumlichen und themenübergreifenden Effekte zu messen. Die Ergebnisse des Projekts sollen direkt in die Ausgestaltung der kommenden Förderperiode einfließen, insbesondere durch Vorarbeiten und Beiträge zur Erarbeitung der neuen transnationalen Programme.

Das Projektteam bearbeitet folgende Forschungsfragen:

  1. Welche inhaltlichen Neuerungen/Änderungen hinsichtlich der transnationalen Zusammenarbeit lassen sich aus den Verordnungsentwürfen der Europäischen Kommission für die künftige EU-Kohäsionspolitik ableiten? Wie passt dies zu den aktuellen räumlichen Themen und Herausforderungen in Deutschland? Was bedeutet dies für den Anspruch, die transnationale Zusammenarbeit wieder stärker auf integrierte territoriale Projektumsetzung und entsprechend der Ziele der Territorialen Agenda 2020 auszurichten? Wo ergeben sich hier ganz konkrete und neue Ansatzpunkte?
  2. Wie lässt sich das künftige allgemeine Ziel 5 "Ein bürgernäheres Europa durch Unterstützung lokaler Entwicklungsstrategien und nachhaltiger Stadtentwicklung in der gesamten EU" für die transnationale Zusammenarbeit nutzbar machen? Wie können die zukünftigen Interreg-spezifischen Ziele "Bessere Interreg-Governance" und "Mehr Sicherheit in Europa" in den transnationalen Programmen umgesetzt werden? Welche spezifischen Ansatzpunkte gibt es in den einzelnen Programmräumen mit deutscher Beteiligung?
  3. Der Vorschlag der Europäischen Kommission für die neue Verordnung der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit (ETZ) sieht eine stärkere Verknüpfung von transnationalen Programmen und makroregionalen Strategien vor. Wie wirkt sich das auf die zukünftige thematische Ausrichtung der transnationalen Programme mit makroregionalen Bezügen aus (Alpenraum, Donauraum, Ostseeraum)?
  4. Entsprechen die zu erwartenden Vorschläge der Kommission zu den Raumzuschnitten der künftigen transnationalen Programme den funktionalen Beziehungen der Kooperationsräume und den räumlichen Herausforderungen? Braucht es Anpassungen?
  5. Welche spezifischen räumlichen Herausforderungen gibt es in den transnationalen Kooperationsräumen mit deutscher Beteiligung aus deutscher Sicht? Welche bestehenden räumlichen Strategien auf unterschiedlichen Ebenen lassen sich in den Programmen ohne Makrostrategien einbeziehen? Welche dieser Themen lassen sich unter den fünf Investitionsprioritäten (EFRE-Themen) und den Interreg-spezifischen Zielen subsumieren und bestmöglich adressieren?
  6. Welche (neuen) Aufgaben (z. B. im Zusammenhang mit makroregionalen Strategien) kommen künftig auf die transnationalen Programme zu und welche Arten von Förderungen/Förderprojekten braucht es hierfür?
  7. Wie können zukünftig Synergieeffekte mit anderen Programmen der EU-Förderung erzielt und die räumlichen Effekte verstärkt werden?
  8. Wie sollten die Indikatoren zur Evaluierung der transnationalen Zusammenarbeit aussehen, um die räumlichen und themenübergreifenden Wirkungen der transnationalen Zusammenarbeit messbar und über die Programmräume hinweg vergleichbar zu machen und den Beitrag der transnationalen Zusammenarbeit zu den Zielen der EU-Kohäsionspolitik zu verdeutlichen?

Auftragnehmer

  • blue! advancing european projects GbR
    Briennerstr. 48, Hofgebäude 2
    80333 München

    Dorothea Palenberg

    Telefon: +49 89 8904881-73
    E-Mail: d.palenberg@the-blue.net

  • IMP-HSG Institut für Systemisches Management
    und Public Governance | Regional Science
    Universität St.Gallen (HSG)
    Dufourstrasse 40a
    CH-9000 St.Gallen

    Daniel Zwicker-Schwarm

    Telefon: +41 71 224 2524
    E-Mail: daniel.zwicker-schwarm@unisg.ch

Kontakt

  • Brigitte Ahlke
    Referat I 3 - Europäische Raum- und Stadtentwicklung
    Telefon: +49 228 99401-2330
    E-Mail: brigitte.ahlke@bbr.bund.de

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