Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Etablierung eines Raumbeobachtungssystems für angrenzende Regionen

Projektsteckbrief

  • Status Laufend
  • Start Oktober 2019
  • Programm MORO

Das Raumbeobachtungssystem des BBSR für Deutschland und Europa soll mittelfristig um eine laufende Berichterstattung zu den angrenzenden Regionen im Ausland ergänzt werden - so sieht es das Raumordnungsgesetz vor. Ziel des Projekts ist es, die methodischen und technischen Grundlagen eines dauerhaften Raumbeobachtungssystems für Grenzregionen auf Bundesebene zu definieren. Die Grundlagen für eine Verstetigung der grenzübergreifenden Raumbeobachtung schafft das Projektteam in diesem Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) unter Mitwirkung von vier Modellregionen.

Ausgangslage

Die grenzübergreifenden Verflechtungen der Staaten und Regionen Europas steigen stetig; dies wird gerade auch an den Grenzen und in den Grenzregionen deutlich. Wachsende grenzübergreifende Vernetzungen in vielen ökonomischen, gesellschaftlichen und individuellen Bereichen bedürfen vielfach grenzübergreifender Kooperationen. Für ein gemeinsames grenzüberschreitendes Handeln, das alle räumlichen Ebenen einschließt, sind fundierte Informationen über räumliche Strukturen und Entwicklungen von großer Bedeutung. Nur ein Gesamtblick auf die jeweiligen Teilräume auf beiden Seiten der nationalen Grenzen kann regionale Gegensätze, gemeinsame Strukturen und Entwicklungen aufzeigen, funktionale Unterschiede aufdecken oder auch Möglichkeiten für funktionale Ergänzungen über Staatsgrenzen hinweg erkennen.

Grenzübergreifende Raumbeobachtung ist somit kein Selbstzweck, sondern als Handeln vorbereitende Informationsgewinnung, -verdichtung und analytische Aufbereitung zu verstehen. Politik und Entscheidungsträgern liefert sie frühzeitig Informationen über planungsrelevante räumliche Entwicklungen sowie über die Wirksamkeit von Maßnahmen. Insbesondere im grenzübergreifenden Kontext lassen sich einige Entwicklungen ohne Kenntnis der Situation in den benachbarten Regionen kaum erklären, geschweige denn koordiniert steuern. Bereits im nationalen Kontext kann es für Raumplanung und Raumordnung sehr herausfordernd sein, fundierte Informationsgrundlagen zu erstellen. Ungleich schwieriger gestaltet sich dies in einer grenzübergreifenden Perspektive. Trotz jahrzehntelangen Kooperationen über staatliche Grenzen hinweg und engen bi- und multilateralen Verflechtungen steht eine systematische grenzübergreifende Raumbeobachtung in Deutschland und den angrenzenden Regionen noch am Anfang.

Die Grenzregionen sind in den letzten Monaten in Deutschland sowie in Europa verstärkt in den Fokus geraten. Die Europäische Kommission hat in der Mitteilung zur Stärkung von Wachstum und Zusammenhalt in den EU-Grenzregionen im September 2017 aus dem Thema der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit eine Priorität gemacht. Sie ist sich auch bewusst, dass es Maßnahmen braucht, die räumliche Informationsgrundlagen verbessern.

In seiner Stellungnahme zum Papier der EU-Kommission zu Kohäsion und Wachstum in Grenzregionen begrüßt der Bundesrat die Initiative der Kommission zu den Grenzregionen und bezieht sich auch auf die Problematik der Harmonisierung der Datengrundlage. In ihrer Antwort auf die Stellungnahme des Bundesrates teilt die Kommission mit, dass die regelmäßige Bereitstellung von Daten für die Grenzgebiete sehr wichtig ist. Sie unterstreicht, dass Aktivitäten wie das MORO "Raumbeobachtung Deutschland und angrenzende Regionen" wesentlich zur fachlichen Diskussion betragen und die Kommissionsdienststellen solche nationalen Vorhaben begrüßen.

Auch der Vertrag von Aachen vom 22. Januar 2019 fordert, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich zu vertiefen, unter anderem durch die Koordinierung der grenzübergreifenden Raumbeobachtung.

Ziel

Vor diesem Hintergrund soll das Raumbeobachtungssystem des BBSR für Deutschland und Europa mittelfristig um eine laufende Berichterstattung zu den angrenzenden Regionen im Ausland ergänzt werden - entsprechend dem Auftrag des Raumordnungsgesetzes. Dazu startete das BBSR im Jahr 2015 das MORO "Raumbeobachtung Deutschland und angrenzende Regionen" (siehe "Links"), das hierfür erste Grundlagen schuf. Das MORO zeigte unter anderem auf, welche räumlichen Informationen zurzeit für eine grenzübergreifende Raumbeobachtung zur Verfügung stehen. Ein das Projekt abschließender prototypischer Bericht stellt die räumlichen Strukturen und Prozesse Deutschlands und seiner angrenzenden Regionen dar. Die Handlungsempfehlungen zielen insbesondere auf Wege einer nachhaltigen Implementierung grenzübergreifender Raumbeobachtung ab.

Während dieses vorangegangene MORO "Raumbeobachtung Deutschland und angrenzende Regionen" noch stark explorativen Charakter aufwies, soll das neue MORO "Etablierung eines Raumbeobachtungssystems für angrenzende Regionen" die grenzübergreifende Raumbeobachtung verstetigen. Ziel des Projekts ist es, die methodischen und technischen Grundlagen für ein dauerhaftes Raumbeobachtungssystem für Grenzregionen auf Bundesebene zu definieren.

Auftragnehmer

  • Dr.-Ing. Klaus Spiekermann
    Spiekermann & Wegener Stadt- und Regionalforschung (S&W)
    Lindemannstraße 10
    44137 Dortmund

    E-Mail: ks@spiekermann-wegener.de

  • Dr.-Ing. Björn Schwarze
    Spiekermann & Wegener Stadt- und Regionalforschung (S&W)
    Lindemannstraße 10
    44137 Dortmund

    E-Mail: bs@spiekermann-wegener.de

Kontakt

  • Claire Duvernet (Elternzeit)
    Referat RS 3 „Europäische Raum- und Stadtentwicklung“

  • Volker Schmidt-Seiwert
    Referat RS 3 „Europäische Raum- und Stadtentwicklung“
    Telefon: +49 228 99401-2246
    E-Mail: volker.schmidt-seiwert@bbr.bund.de

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