Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Umsetzung und Wirkungen der Strategie "Europa 2020" in deutschen Regionen

Projektsteckbrief

Mit der Europa 2020-Strategie wurde ein Rahmen für die zukünftige Gestaltung und Umsetzung europäischer Politiken geschaffen. Diese Strategie präzisiert die globalen Ziele eines intelligenten, nachhaltigen und integrativen Wachstums in Form von quantifizierbaren Zielindikatoren, um die Mitgliedstaaten zur Umsetzung der Europa 2020-Strategie anzuhalten. Dieses Ressortforschungsprojekt sollte einen Beitrag zur Umsetzung der Europa 2020-Strategie leisten, indem es zum einen Erfahrungen mit der Methode operationalisierter Zielvorgaben als Steuerungsinstrument aufgezeigt und zum anderen eine empirische Analyse bzgl. des Beitrags deutscher Regionen zur Europa 2020-Strategie durchgeführt hat.

Projektlaufzeit: September 2011 - September 2012

Ausgangslage

Die Europa 2020-Strategie soll das zentrale Mittel der zukünftigen Gestaltung und Umsetzung europäischer Politiken sein. Sie differenziert drei miteinander verbundene Zielsetzungen:

  1. Intelligentes Wachstum mittels einer auf Wissen und Innovationen beruhenden Wirtschaftsentwicklung
  2. Nachhaltiges Wachstum durch Förderung einer Ökonomie, die ressourcenschonend ist
  3. Integratives Wachstum durch einen ausgeprägten sozialen und territorialen Zusammenhalt mit hohen Beschäftigungsquoten.

Für jede dieser drei Zielsetzungen wurden konkrete Indikatoren vereinbart, anhand derer die Realisierung der Europa 2020-Strategie gemessen werden soll. Im Einzelnen werden in der Strategie folgende Zielvorgaben quantifiziert:

  • 75% der 20- bis 64-Jährigen sollen in Arbeit stehen
  • 3% des Bruttoinlandsprodukts der EU sollen für Forschung und Entwicklung sowie Innovationen aufgewendet werden
  • Verringerung der Treibhausgasemissionen um 20% im Vergleich zu 1990
  • Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch auf 20%
  • Steigerung der Energieeffizienz um 20%
  • Verringerung der Schulabbrecherquote ("early school leavers") auf unter 10%
  • Steigerung des Anteils der 30- bis 34-Jährigen mit abgeschlossener Hochschulbildung auf mindestens 40%
  • Reduktion der von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffenen und bedrohten Personen um mindestens 20 Millionen

Um diese Ziele zu erreichen, bedarf es ihrer Operationalisierung auf unterschiedlichen Ebenen. Hierzu definieren die Mitgliedstaaten nationale Zielwerte für die obigen Indikatoren. Innerhalb der Mitgliedstaaten können in Abhängigkeit der spezifischen regionalen Potenziale die einzelnen Regionen in unterschiedlichem Maße zur Erreichung der nationalen Ziele beitragen. Hierzu müssen die jeweiligen regionalen Potenziale identifiziert werden. Ferner gilt es, aus einer übergeordneten Perspektive der Raumentwicklung die möglichen Folgen unterschiedlicher Strategien der Zielerreichung (z.B. im Hinblick auf die Entwicklung räumlicher Disparitäten) zu untersuchen.

Ziel

Im Sinne eines räumlich differenzierten Beitrags der Regionen zu den Zielen der Europa 2020-Strategie verfolgte dieses Projekt zwei Ziele.

Zum einen sollte das Projekt bisherige Erfahrungen mit der Methode operationalisierter Zielvorgaben als Steuerungsinstrument aufarbeiten, um deren Wirkungsweisen aufzuzeigen. Dazu galt es verschiedene in diesem Zusammenhang verwendete Steuerungsmechanismen (wie die parametrische Steuerung und die "Offene Methode der Koordinierung") anhand konkreter Beispiele zu analysieren. Dazu wurde u.a. nach den zum Einsatz gekommenen Methoden der Steuerung und Koordinierung differenziert. Diese Analyse erfolgte am Beispiel unterschiedlicher Politiken, in denen operationalisierte Zielvorgaben in der Vergangenheit zum Einsatz gekommen sind.

Zum anderen zielte das Projekt darauf ab, für die deutschen Regionen eine empirische Analyse hinsichtlich ihres Beitrags zur Erreichung der Zielvorgaben der Europa 2020-Strategie durchzuführen. Diese empirische Analyse sollte die Möglichkeiten und Handlungspotenziale in den deutschen Regionen im Hinblick auf die Umsetzung der Europa 2020-Strategie aufzeigen.

Auftragnehmer des Forschungsprojektes war Spatial Foresight GmbH, Luxemburg.

Kontakt

  • Referat RS 3 „Europäische Raum- und Stadtentwicklung“
    E-Mail: rs3@bbr.bund.de

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