Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Untersuchung der Wirkungen der transnationalen Zusammenarbeit am Beispiel von INTERREG IV B-Projekten

Projektsteckbrief

Die Stärkung des sozialen und territorialen Zusammenhalts ist eines der zentralen Ziele der EU. Angesichts der in Teilen erheblichen Entwicklungsunterschiede innerhalb Europas kommt der Initiierung und Durchführung von gemeinsamen, transnationalen Projekten eine besondere Bedeutung zu. Interreg B stärkt im Kontext des Ziels "Europäische territoriale Zusammenarbeit" die Vernetzung in transnationalen Kooperationsräumen und leistet bereits seit mehr als 20 Jahren einen erkennbaren Beitrag zur territorialen Integration innerhalb Europas.

Projektlaufzeit: April 2015 - Juni 2017

Ausgangslage

Aufgrund seiner zentralen geographischen Lage beteiligte sich Deutschland in der Förderperiode 2007-2013 an fünf Interreg B-Programmräumen: Alpenraum, Mitteleuropa, Nordseeraum, Nordwesteuropa und Ostseeraum. Mit Beginn der Förderperiode 2014-2020 kam mit dem Donauraum ein sechster Programmraum hinzu. Europaweit steht in der Förderperiode 2014-2020 insbesondere die verstärkte Ergebnisorientierung im Mittelpunkt: Es geht darum, die erzielten Ergebnisse sicht- und messbar zu machen.

Oftmals zielen die Projekte zur transnationalen Zusammenarbeit allerdings auf die Einführung neuer oder die Verbesserung vorhandener Abläufe, auf die Verbesserung der Fähigkeiten, transnational zu arbeiten, oder die Erhöhung der institutionellen Kapazitäten ab. Im Gegensatz zu regionalen Programmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) oder des Europäischen Sozialfonds (ESF) lassen sich diese angestrebten Ergebnisse in der Regel nicht mithilfe von Daten aus amtlichen Statistiken erfassen. Wenngleich die positiven Effekte der Interreg B-Förderung seit Jahren beispielsweise durch verbesserte Kooperationsstrukturen spürbar werden, ist der spezifische Beitrag von Interreg B zur Weiterentwicklung der jeweiligen Programmregion nur sehr schwer abzubilden. Die präzise Benennung und Abbildung der spezifischen Wirkungen transnationaler Kooperationsprojekte ist jedoch vor dem Hintergrund einer verstärkten Ergebnisorientierung in der Europäischen Strukturpolitik für die Projekt- und Programmakteure von großer Bedeutung. Gesonderte Verfahren und Ansätze, um die erreichten Ergebnisse der thematisch ausgesprochen vielfältigen Förderung zu messen und dabei stets den besonderen Mehrwert grenzüberschreitender Aktivitäten zu berücksichtigen, sind daher erforderlich. Für die programmumsetzenden Stellen in transnationalen Programmräumen ist die Forderung nach einer verstärkten Ergebnisorientierung und nach der Messbarkeit der Ergebnisse somit eine besondere Herausforderung.

Ziel

In dieser Untersuchung blickte das Projektteam auf die Interreg IV B-Förderung zwischen 2007 und 2013 zurück. Es identifizierte die erzielten Interreg B-spezifischen Wirkungen anhand ausgewählter Projekte und systematisierte sie. Weiterhin wurden Merkmale erfolgreicher Projekte herausgearbeitet und illustriert sowie Möglichkeiten zur Optimierung der Programm- und Projektumsetzung dargestellt.

Wirkungen sind Effekte, die durch die geförderte Intervention unmittelbar oder mittelbar verursacht werden und die über die direkt am Projekt beteiligten Akteure hinaus ausstrahlen. Die Effekte können bereits während der Förderung oder nach Abschluss der Intervention eintreten.

Die Untersuchung unterstützte die Entwicklung, Planung und Durchführung von wirksamen und erfolgreichen Projekten mit praxisnahen Hinweisen und gab Hinweise zur Programmplanung und -umsetzung. Sie leistete somit einen Beitrag, um die Wirkungskraft von Interreg B zukünftig zu erhöhen.

Folgende Leitfragen beantwortete das Projektteam mit den Ergebnissen der Untersuchung:

  • Welche themenübergreifenden Wirkungen können ausgehend von Interreg IV B-Projekten in den fünf Interreg-Kooperationsräumen mit deutscher Beteiligung identifiziert werden, die über die direkte Projektlaufzeit und die beteiligten Projektpartner hinausgehen?
  • Wie sind diese Wirkungen zustande gekommen? Welche Aktivitäten während der Projektumsetzung und Umstände innerhalb der Projektpartnerschaft haben die Entfaltung von themenübergreifenden und langfristigen Wirkungen erleichtert?
  • Welche Empfehlungen lassen sich daraus für die Förderperiode 2014-2020 und darüber hinaus ableiten? Wie können die Erkenntnisse in die künftige Projektauswahl und Projektentwicklung einfließen und so einen Beitrag zur Erhöhung der Wirksamkeit der Interreg B-Förderung leisten?

Auftragnehmer der Untersuchung war die Ramboll Management Consulting GmbH.

Kontakt

  • Sina Redlich
    Referat RS 3 „Europäische Raum- und Stadtentwicklung“
    Telefon: +49 228 99401-2336
    E-Mail: sina.redlich@bbr.bund.de

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