Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Integrierte Stadtquartiersentwicklung am Wasser

Projektsteckbrief

Im Rahmen der Forschungsstudie wurden bundesweit städtebauliche Projekte recherchiert und analysiert, die beispielhaft Hemmnisse und Erfolgsfaktoren einer integrierten städtebaulichen Entwicklung von Stadtquartieren am Wasser aufzeigen. Aus der Untersuchung von 30 ausgewählten Fallstudien wurden Handlungsempfehlungen für die Quartiersentwicklung mit unterschiedlichen Wasserlagen - am Meer, am Fluss, am Kanal, an Seen, an natürlichen oder künstlichen Gewässern - abgeleitet.

Projektlaufzeit: Dezember 2009 - Oktober 2011

Ausgangslage

Der strukturelle Wandel in Industrie und Wirtschaft führt zu Transformationen im städtischen Gefüge. Nutzungen werden verlagert, Flächen aufgegeben und mit neuen Nutzungen und Funktionen wiederbelebt. Dies gilt auch und insbesondere für Wasserlagen, denn sie haben eine besondere Erlebnis- und Freiraumqualität.

Angesichts der wachsenden Bedeutung von Wasser werden die Zusammenhänge zwischen dem Bauen am Wasser und räumlichen Entwicklungen zunehmend intensiv thematisiert. Allerdings ist die Planung oft selektiv auf einzelne Aspekte ausgerichtet, wie etwa stadttechnische, verkehrswirtschaftliche oder die Architektur von Hochbauobjekten am Wasser.

Im Fokus der Studie standen integrierte Ansätze zur Quartiersentwicklung und eine fachlich übergreifende Sicht auf die Bedeutung von Wasser auf der Ebene des Stadtquartiers. Weitere Themen waren die Nutzungskonflikte zwischen Wohnnutzung, Erholung, verkehrlichen und produzierenden Nutzungen. Nicht zuletzt ging es auch darum, Beiträge der Stadtquartiersentwicklung am Wasser zu einem ökologisch orientierten Stadtumbau zu liefern. Außerdem sollten Lösungsstrategien zu Zielkonflikten mit übergeordneten Anforderungen des Hochwasser- und Naturschutzes (Biotopverbund, Klimaanpassung) ausgewertet werden.

Ziel

In der Forschungsstudie ging es darum, anhand der ausgewählten Fallstudien und der Diskussion zentraler Themenfelder in Expertenforen eine bessere Kenntnis von den Entwicklungen an städtischen Gewässern zu gewinnen und diese für den Informationstransfer nutzbar zu machen.

Die Praxisbeispiele sollten in ihrer Gesamtheit möglichst das gesamte Spektrum von Entwicklungen am Wasser erfassen. Das bedeutet die Einbeziehung aller Wasserlagen und unterschiedlicher Entwicklungszwecke; vom Wohnen über Produktion und Logistik bis hin zu Erholung oder Renaturierung. Im Kontext der Quartiersentwicklung am Wasser sollten auch innovative Lösungsansätze und Entwicklungsmodelle zum Themenbereich der klima- und gewässerangepassten Stadtentwicklung untersucht werden (Hochwasserschutz, Grün- und Freiflächenergänzung, Flächenrecycling, Berücksichtigung der EU-Wasserrahmenrichtlinie).

Folgende Ziele wurden im Einzelnen angestrebt:

  • Ermittlung des quantitativen Stellenwertes und der Hauptrichtungen von Stadtentwicklung am Wasser im Bundesgebiet
  • Verbesserung der Informationsbasis für erfolgbestimmende und -hemmende Faktoren durch eine detaillierte Projektrecherche als Grundlage für den Informationstransfer
  • Ableitung von Beiträgen zur programmatischen Orientierung für die städtebauliche Qualifizierung von Stadtquartieren am Wasser
  • Identifizierung von Potenzialen integrierter Entwicklungsansätze in Stadtquartieren am Wasser für eine nachhaltige Stadtentwicklung
  • Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für die integrierte Stadtquartiersentwicklung am Wasser
  • Hinweise für die stadtentwicklungspolitischen Zuständigkeiten des Bundes.

Das Projekt wurde von den Büros Machleidt + Partner - Büro für Städtebau, Berlin (Juliane Schonauer, Stefanie Kirchner), bgmr Landschaftsarchitekten Becker Giseke Mohren Richard, Berlin (Dr. Carlo W. Becker, Sven Hübner) und IfS Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik GmbH (Bärbel Winkler-Kühlken, Jan Hebecker) durchgeführt.

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