Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Städtebauförderung außerhalb von Stadtregionen

Projektsteckbrief

Mit dem 2010 eingeführten Städtebauförderungsprogramm "Kleinere Städte und Gemeinden" im Rahmen der "Initiative Ländliche Infrastruktur" des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung soll angesichts des fortschreitenden demografischen und wirtschaftlichen Wandels den städtebaulichen Herausforderungen insbesondere von Klein- und Mittelstädten in ländlichen, dünn besiedelten Räumen gezielt begegnet werden. Das Forschungsprojekt zielte darauf ab, durch einen Kongress und eine begleitende Studie die Erfahrungen bisheriger Städtebauförderung in ländlichen Räumen auszuwerten und Ansätze für deren künftige Weiterentwicklung aufzuzeigen.
Projektlaufzeit: April 2010 - Januar 2011

Seit dem Start der Städtebauförderung als Bund-Länder-Programm 1971 stehen auch Klein- und Mittelstädte außerhalb von Stadtregionen im Fokus der Förderung. Der Anteil des Finanzvolumens für Klein- und Mittelstädte in ländlichen Räumen am gesamten Fördervolumen der Städtebauförderung lag schon immer bei über 20 % und hat seit 1990 noch zugenommen.

Ausgangslage

Die Entwicklungsbedingungen von Großstadtregionen und dünn besiedelten, ländlichen Räumen polarisieren in der jüngeren Vergangenheit immer stärker: Während sich Wachstumsimpulse in Deutschland verstärkt auf wenige Großstadtregionen konzentrieren, haben viele peripher gelegene ländliche Räume immer stärker mit Arbeitsplatz- und Einwohnerverlusten zu kämpfen. Klein- und Mittelstädte stellen in ihrer zentralörtlichen Funktion in diesen Räumen Ankerpunkte dar, deren (infrastrukturelle) Stärkung eine Stabilisierung der jeweiligen Regionen befördern kann.

Die Städtebauförderung ist schon heute ein wichtiges Instrument der Entwicklung von Klein- und Mittelstädten im ländlichen Raum. Diese Bedeutung soll durch das neue Förderprogramm "Kleinere Städte und Gemeinden" weiter ausgebaut werden. Charakteristika des Programms sind die bevorzugte Förderung von überörtlichen Kooperationen, die Bündelung von Förderansätzen sowie die Schwerpunksetzung auf Anpassungsmaßnahmen bei der Infrastruktur. Neben der Formulierung von Herausforderungen und Handlungsfeldern konzentrierte sich das Forschungsvorhaben daher auf die Auswertung von Erfahrungen mit den drei Schwerpunkten des Programms im Rahmen durchgeführter Städtebauförderungsmaßnahmen und zog daraus entsprechende Rückschlüsse für die Weiterentwicklung der Städtebauförderung.

Ziele

Im Rahmen des Forschungsprojektes wurde ein bundesweiter Kongress durchgeführt, der neben der wissenschaftlichen Perspektive die bundes-, landes- und kommunalpolitische Sicht auf Herausforderungen und Perspektiven von Klein- und Mittelstädten außerhalb von Großstadtregionen zusammengeführt hat. Im Mittelpunkt einer ergänzenden Studie stand die Auswertung konkreter Praxiserfahrung der Städtebauförderung in kleineren Städten und Gemeinden in ländlichen Räumen.

Folgende Ziele wurden mit dem Vorhaben verfolgt:

  • Es sollten Herausforderungen, Handlungsfelder und Handlungsoptionen von und für Kommunen im dünn besiedelten, ländlichen Raum zur Bewältigung der vielfältigen städtebaulichen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen aufgezeigt werden.
  • Ein Auswertungsschwerpunkt lag bei der Untersuchung des aktuellen Beitrages der Städtebauförderung zur Bewältigung der Herausforderungen von Klein- und Mittelstädten in ländlichen Räumen. Auf der Basis dieser Auswertung sollte herausgearbeitet werden, welche zusätzlichen Potenziale zur Anpassung ländlich-peripherer Räume an die Herausforderungen des demografischen Wandels und den wirtschaftlichen Strukturwandel mit den Möglichkeiten der Städtebauförderung erschlossen werden können. Ein besonderer Fokus lag dabei auf Erfahrungen mit der Bündelung von Städtebauförderungsvorhaben mit weiteren Förderprogrammen und auf der Erschließung der Potenziale überörtlicher Zusammenarbeit, speziell bei der Anpassung kommunaler Infrastruktur.
  • Die Ergebnisse sollen dazu dienen, Rückschlüsse für die Konzeption und Durchführung des neuen Programms „Kleinere Städte und Gemeinden: überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“ zu ziehen.

Das Projekt wurde durchgeführt von FORUM, Oldenburg.

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