Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt Baukultur instant

Projektsteckbrief

Baukultur ist ein kollektiver Prozess, in dem unsere Wertschätzung für die gebaute und gelebte Umwelt wächst. Die Entwicklung von Raum, Identität, Aktivität, Wert und Organisation von Gesellschaft hängen dabei eng zusammen. Baukultur entwickelt sich zumeist über lange Zeiträume und entwickelt zugleich anhaltende Werte. Wie aber lässt sich der Prozess zu mehr Baukultur in Gang setzen? Welche ersten, kurzfristig umsetzbaren und wirksamen Maßnahmen können Anstoß geben und Mut machen, Räume neu zu sehen, diese perspektivisch zu gestalten und langfristig zu entwickeln?

Ausgangslage

Baukultur entwickelt sich über lange Zeiträume. Die Planung und Errichtung eines öffentlichen Gebäudes oder einer Freianlage kann von dem grundlegenden Ratsbeschluss bis zur Eröffnung und Inbetriebnahme rasch fünf und mehr Jahre in Anspruch nehmen. Auch der fortwährende Diskurs um die Qualität privater Bauvorhaben benötigt viele Jahre, bis er Wirkung zeigt – denn Qualität lässt sich vielfach nur über Beratungen, Empfehlungen und gute Vorbilder erreichen.

Das Projektteam entwickelte folgende Hypothese: Durch sogenannte Sofortmaßnahmen der Baukultur lassen sich positive Impulse für die längerfristige Gestaltung und Planung von Orten, Quartieren, Städten und Regionen setzen.

Die Hypothese basierte auf zwei Erfahrungen: Erstens entwickelten sich in den letzten Jahren zahlreiche baukulturelle Aktivitäten, die mit einfachen Mitteln, in kurzer Zeit, vorwiegend punktuell an einzelnen Orten und vielfach auch zeitlich begrenzt umgesetzt wurden. Es sind zumeist Akteure aus der Zivilgesellschaft oder Intermediäre, die solche Projekte entwickeln. Zweitens besteht in hoheitlichen und privaten Bau-, Planungs- und Entwicklungsprozessen sowohl Potenzial als auch zunehmender Bedarf, über die Gestaltung konkreter Räume unmittelbare räumliche Erfahrungen zu ermöglichen und damit offene Prozesse der Nutzung, Aneignung und Kommunikation anzustoßen und aus diesen zu lernen. Hintergrund dafür können Probleme sein, die nicht ad hoc und durch herkömmliche Maßnahmen zu lösen sind oder strukturelle Änderungen, die Zwischenzeiten entstehen lassen und die Gestaltung von Übergängen notwendig machen. Möglich sind auch gesellschaftliche und politische Aushandlungsprozesse, die mehr Raum und Zeit benötigen, um mit Unsicherheiten und Optionen der zukünftigen Entwicklung umzugehen.

Ziele

Aufbauend auf dieser Hypothese verfolgte das Projektteam folgende Ziele:

  • Sichtung und Strukturierung von Sofortmaßnahmen der Baukultur, als Wege, Maßnahmen und Strategien, um in kurzer Zeit im Raum greifbare und sichtbare Veränderungen herbeizuführen
  • Einbettung dieser Sofortmaßnahmen in räumliche Entwicklungsprozesse unter Berücksichtigung notwendiger Voraussetzungen sowie vermuteter Effekte als Beiträge zur Orts- und Stadtentwicklung
  • Reflexion von Baukultur instant als einen komplementären Gestaltungs- und Planungsansatz zur Entwicklung von Baukultur sowie zur Orts- und Stadtentwicklung und Formulierung des zu erwartenden Mehrwerts
  • Entwicklung von Empfehlungen für Akteure der Orts- und Stadtentwicklung, um Sofortmaßnahmen der Baukultur zu befördern und diese aktiv in Projekten und Prozessen einzusetzen
  • Formulierung des weiteren Forschungs- und Entwicklungsbedarfs in dem bisher wenig beforschten Feld von Baukultur instant

Auftragnehmer des Projekts waren das Büro STUDIO | STADT | REGION, Prof. Dr.-Ing. Agnes Förster, und frei04-publizistik, Christian Holl.

Baukultur instant kann helfen, den Möglichkeitsraum für längerfristige Lösungen zu erweitern, weil hier und jetzt Alternativen veranschaulicht und sinnlich erlebbar werden. Zudem wird die Diskussion über Lösungsmöglichkeiten angeregt. Baukultur instant Möglichkeitsraum erweitern Baukultur instant kann den Möglichkeitsraum zur Lösung von Problemen erweitern und mögliche Lösungen sichtbar machen. Quelle: STUDIO| STADT | REGION

Endbericht

Baukultur instant. Perspektiven für einen ergänzenden Gestaltungs- und Planungsansatz PDF 12MB Datei ist barrierefrei/ barrierearm Dokumenttyp: Download

Kontakt

  • Karin Hartmann
    Referat I 7 - Baukultur und städtebaulicher Denkmalschutz
    Telefon: +49 228 99401-1219
    E-Mail: karin.hartmann@bbr.bund.de

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