Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Forschungsprojekt Mikrosimulation des Wohngelds und strukturelle Verbesserung der Anreize des Wohngelds

Projektsteckbrief

In Deutschland erfolgt die soziale Absicherung des Wohnens bei der Subjektförderung neben der Grundsicherung über das Wohngeld. Das Forschungsprojekt hat Verbesserungsmöglichkeiten für die strukturellen Anreize des Wohngeldes analysiert und eine Dynamisierung der Wohngeldleistungen geprüft. Zudem wurde untersucht, wie mehr Haushalte mit Wohngeld unterstützt werden können, die über ein Einkommen verfügen, welches den Grundsicherungsbedarf ohne Wohnkosten abdeckt.

Projektlaufzeit: September 2016 – August 2019

Ausgangslage

Das Wohngeld unterstützt einkommensschwache Haushalte bei der Finanzierung ihrer angemessenen und familiengerechten Wohnkosten und wird als steuerfreier Zuschuss zur Miete oder als Lastenzuschuss für selbst genutzten Wohnraum geleistet. Das Wohngeld wird von Bund und Ländern paritätisch getragen und ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen Wohnungs- und Sozialpolitik.

Das Wohngeld setzt voraus, dass der für die Deckung des allgemeinen Lebensunterhaltes erforderliche Regelbedarf bereits durch eigene Einkünfte erreicht wird. Liegen ausreichende eigene Einkünfte nicht vor, dann muss das Existenzminimum durch die Grundsicherung gewährleistet werden, welche auch die Kosten der Unterkunft und Heizung (KdU) mit abdeckt. Seit der grundlegenden Reform der Sozialsysteme (Hartz-Reformen) im Jahr 2005 wendet sich das Wohngeld an Bezieher niedriger Erwerbseinkommen, Altersrenten oder von Arbeitslosengeld (ALG I).

Durch die Wohngeldreform im Jahr 2016 wurde das Wohngeld gestärkt und an die Einkommens- und Mietentwicklung angepasst, sodass wieder mehr einkommensschwache Haushalte unterstützt werden. Angesichts der vorteilhaften Anreize des Wohngeldes auf den Wohnkonsum und die Arbeitsaufnahme könnte das Wohngeldsystem jedoch gegenüber der Grundsicherung für Arbeitsuchende und der Sozialhilfe weiter gestärkt werden. Zudem wäre es wünschenswert, wenn das Wohngeld zukünftig regelmäßiger ggf. automatisch an die Preis- und Mietentwicklungen angepasst wird, damit Haushalte nicht aufgrund der Inflation aus dem Wohngeld herauswachsen oder aufgrund der regelmäßigen Regelbedarfsanpassungen bei der Grundsicherung aus dem Wohngeldbezug in die Grundsicherung wechseln.

Der Deutsche Bundestag formulierte vor diesem Hintergrund im Rahmen der „Wohngeldreform 2016“ den Prüfauftrag zur konzeptionellen Weiterentwicklung des Wohngeldes an die Bundesregierung, der in diesem Vorhaben durchgeführt wurde.

Ziel

Das Forschungsprojekt hat Verbesserungsmöglichkeiten für die strukturellen Anreize des Wohngeldes analysiert und eine Dynamisierung der Wohngeldleistungen geprüft. Zudem wurde untersucht, wie mehr Haushalte mit Wohngeld unterstützt werden können, die über ein Einkommen verfügen, welches den Grundsicherungsbedarf ohne Wohnkosten abdeckt.

Rechtliche Aspekte wie zum Beispiel erforderliche Rechtsänderungen für die Umsetzung einer Dynamisierung waren nicht Gegenstand des Forschungsvorhabens.


Auftragnehmer des Projekts war das Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

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