Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Ansiedlung von Bundesbehörden

Projektsteckbrief

Die Lebens- und Arbeitsverhältnisse in Deutschland unterliegen einem rasanten Wandel, der insbesondere strukturschwache ländliche Räume vor große Herausforderungen stellt. Um gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Teilräumen zu ermöglichen, braucht es gemeinsame Anstrengungen und innovative Ideen öffentlicher, privatwirtschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure. Die ersten Entscheidungen zur Neuansiedlung und Ausgründung seiner Behörden hat der Bund bereits getroffen – die Umsetzung läuft. Daher soll im Programm Region gestalten untersucht werden, wie sich dieser Prozess unterstützen lässt. Welche Erkenntnisse aus Fallstudien lassen sich auf weitere Regionen übertragen?

Ausgangslage

Eine Empfehlung der Kommission "Gleichwertige Lebensverhältnisse" ist die Dezentralisierung von Bundesbehörden. Neuansiedlungen und Ausgründungen sollen verstärkt in Zentrale Orte des ländlichen Raumes wie Klein- und Mittelstädte erfolgen, um die historisch gewachsene, polyzentrische Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur aufrechtzuerhalten und auszubauen. Das gilt auch für Hochschul- und Forschungseinrichtungen. Denselben Ansatz verfolgt das Strukturstärkungsgesetz für die Kohleregionen. Es liefert konkrete Vorschläge für Ausgründungen und Neuansiedlungen von Behörden und Forschungseinrichtungen. In diesen Regionen sollen bis zum Jahr 2028 demnach bis zu 5.000 Arbeitsplätze in Behörden des Bundes und sonstigen Bundeseinrichtungen erhalten oder neu eingerichtet werden (§ 18, Absatz 1).

Das Studienteam arbeitet unter anderem an einer (auch kartografischen) Übersicht über wichtige öffentliche Institutionen in ländlichen Räumen (Bundes- und Landesbehörden, Forschungseinrichtungen). Nach Möglichkeit erhebt es nicht nur die Standorte, sondern auch die Zahl der Beschäftigten. Dabei sollen die Standortregionen auch nach weiteren Merkmalen – zum Beispiel wirtschaftliche Strukturschwäche oder demografische Situation – ausgewertet werden. Exemplarisch ausgewählte Institutionen untersucht das Studienteam näher. Insbesondere steht die Frage der Wohnstandorte der Beschäftigten im Vordergrund: Pendeln die Beschäftigten über die Jahre hinweg von außerhalb in die betroffenen Regionen?

In Interviews werden Vertreter der Institutionen zu den Chancen und Problemen der Dezentralisierung, den Möglichkeiten der Personalgewinnung in ländlichen und insbesondere strukturschwachen Räumen sowie der Einbettung der Institutionen in die Standortregionen befragt.

Ziel

Die Studie untersucht, inwiefern die Ansiedlung von Behörden ein geeignetes Instrument ist, um gleichwertige Lebensverhältnisse und eine gleichwertige nachhaltige Raumentwicklung herzustellen.

Das Studienteam beleuchtet, wie sich eine "Dezentralisierungsstrategie" als längerfristige und nachhaltige strukturpolitische Maßnahme auf gleichwertige Lebensverhältnisse auswirkt. Dabei berücksichtigt es auch die Gesamtentwicklung der Regionen (u. a. Breitband, Bildungseinrichtungen, Infrastruktur etc.) und ob durch die Neuansiedlung von Bundesbehörden die Struktur strukturschwacher Region gestärkt wird.

  • extern: Auswirkungen auf die betroffene Region (z. B. Arbeitsmarkt, Infrastruktur, Daseinsvorsorge)
  • intern: Auswirkungen auf die betroffene Verwaltung (z. B. Qualität der Verwaltung, Personalentwicklung

Wichtige Forschungsleitfragen der Studie sind:

  • Wo gab es frühere Neuansiedlungen? Wie ist die mittel- und langfristige Wirkung – zum Beispiel auch differenziert nach Regionstypen – zu beurteilen?
  • Welche Erfolge und Probleme zeigen sich im Laufe der Jahre sowohl bezogen auf die Institutionen selber als auch auf die Standortregionen?
  • In welchen Regionen gibt es gute Potenziale für zukünftige Ansiedlungen?

    Welche Faktoren kann die Politik beeinflussen, um gleichwertige Lebensverhältnisse und eine gleichwertige nachhaltige Raumentwicklung durch die Ansiedlung von Behörden und Forschungseinrichtungen herzustellen?

Auftragnehmer

  • ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e. V.
    Niederlassung Dresden
    Prof. Dr. Joachim Ragnitz

    E-Mail: ragnitz@ifo.de

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