Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Die Urbane Liga – Plattform für junge Stadtmacher

Ergebnisse

Ergebnisse erster Jahrgang

Aus der inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Themen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Anschluss des ersten Denklabors folgende Kernthesen als Manifest zusammengefasst:

  • Wir setzen uns dafür ein, dass in deutschen Großstädten mehr Freiräume für kulturelle, soziale und kreative Nutzung bereitgestellt werden. Hierbei muss durch engere Kooperation mit Verwaltung und Politik ein besserer Zugang für Akteure gewährleistet werden - d.h. Leerstände für eine alternative (Zwischen-)Nutzung bereitstellen.
  • Wir sprechen uns dafür aus, dass Städte das Potenzial dieser Raum-Initiativen erkennen, sodass durch gemeinsamen Austausch ein Mehrwert für alle entstehen kann. Eine lebenswerte Stadt braucht Räume in denen sich Menschen außerhalb der traditionellen Erwerbsarbeitsstrukturen ausleben und verwirklichen können. So entstehen Gemeinschaften und attraktivere Quartiere.
  • Wir fordern gemeinsam, dass gesellschaftliches und kulturelles Zusammenleben Räume und Flächen zur kreativen Nutzung und Gestaltung braucht. Hier müssen aus unserer Sicht bessere Zugänge und Verfahren etabliert werden, um solche Flächen (auch Leerstände und brachgefallene Flächen) leichter und flexibler zu nutzen und zu sichern.
  • Wir begrüßen, dass eben solche Räume nicht von vorneherein durch bürokratische Hürden zum Scheitern verurteilt sind. Das Bau- und Veranstaltungsrecht darf Initiatoren nicht als unüberwindbares Hindernis im Weg stehen, sondern sollte in Kooperation mit den Städten flexibel gestaltet werden. Dazu gehören Regelungen, die eine mobile und flexible Bebauung und Nutzung von Flächen ermöglichen.
  • Wir betonen, dass Stadtplanung den Menschen und nicht Profite in den Mittelpunkt stellen soll.
  • Zudem müssen Lösungen und Regelungen im Baurecht geschaffen werden, die eine mobile und flexible Bebauung und Nutzung von Flächen ermöglichen.

Weitere drängende Themen sind die bessere Kooperation von Zivilgesellschaft und Verwaltung, die durch Schlüsselpersonen in der Verwaltung verbessert werden könnte sowie die Möglichkeiten zur Mitgestaltung für Bürger.

Ergebnisse zweiter Jahrgang

Im Herbst 2020 startete der zweite Jahrgang der Urbanen Liga mit 32 Stadtmachern aus 24 bundesweiten Projekten.

Zentrale Fragen der Auftaktveranstaltung waren: Welche Hemmnisse und Herausforderungen stehen im Zentrum der Projektarbeit? Welche Themen will die Urbane Liga im Austausch mit der Staatssekretärin Anne Katrin Bohle diskutieren?

Die Urbane Liga artikuliert Herausforderungen der aufstrebenden Stadtmacher, sie entwickelt aber vor allem konkrete Lösungsansätze, wie diese Hemmnisse produktiv angegangen werden können. Aus den Hemmnissen und Fragen leitete die Gruppe im Rahmen des Denklabor #1 das Thema Urbane Governance ab, mit dem sich die Stadtmacher die kommenden zwei Jahre auseinandersetzen wollen.

Es geht ihnen darum, das System Stadt zu verstehen, um mitgestalten zu können. Um ihre Projekte in kleinen und großen Städten zu stärken, wollen die Stadtmacher gemeinsam neue Formen des Aushandelns und Entscheidens in der Stadtentwicklung erarbeiten und diese mit dem Bund diskutieren. Die jungen Stadtmacher wünschen sich mehr Schnittstellen, um in Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung Stadtentwicklungsprozesse voranzutreiben. Dabei geht es ihnen um transparente Entscheidungsprozesse, verbindlichen Partnerschaften auf Augenhöhe und geteilte Verantwortung auf kommunaler Ebene. Gemeingüter sollen zudem als gemeinsame Ressource nutzbar gemacht werden.

Folgende Frage steht dabei im Mittelpunkt:

„Wie schaffen wir Kenntnisse über und Zugang zu städtischen Ressourcen, Entscheidungs- und Organisationsprozessen, um unentdeckte Handlungsspielräume offenzulegen und diese ko-produktiv zu nutzen?”

Auf Basis dieser Frage werden im zweiten Denklabor im Frühsommer 2021 Ko-Forschungsvorhaben zur Urbanen Governance formuliert und im Anschluss mit der Staatssekretärin Anne Katrin Bohle diskutiert. Diese werden im Rahmen der Urbanen Liga gemeinsam beforscht und es werden Ansätze entwickelt für:

  • geteilte Verantwortung für städtisches Handeln
  • vielfältige Kooperationen zwischen Gesellschaft und Staat
  • kollektive Entscheidungen über die Verwendung und Nutzung öffentlicher Ressourcen.

Ziel sind konkrete Vorschläge, Forderungen und Werkzeuge zum Schwerpunktthema Urbane Governance.

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