Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Kooperationen von Kommunen und Privaten in der Sozialen Stadt

Projektsteckbrief

  • Status Abgeschlossen
  • Laufzeit Februar 2016 – November 2017

Innerhalb der sozialen Quartiersentwicklung werden sektorenübergreifende Kooperationen immer wichtiger: Sie helfen dabei, diese räumlich konzentrierten und vielfältigen Probleme zu bewältigen. Die für das Projekt verantwortlichen Akteure erprobten mit Kommunen und Akteuren der sozialen Quartiersentwicklung bestehende Konzepte und Handlungsansätze. Zudem entwickelten sie Strategien, um vor Ort neue Verbindungen zwischen Kommunen und Unternehmen sowie Stiftungen zu schaffen. Im Fokus standen hier vor allem Fördergebiete der Sozialen Stadt. In der Begleitforschung untersuchte das BBSR Rahmenbedingungen und Gelingensbedingungen, prüfte Möglichkeiten der Übertragbarkeit, betrachtete die Rolle der Kommune als "Ermöglicher" solcher Kooperationen und erarbeitete Handlungsempfehlungen.

Projektlaufzeit: Februar 2016 – November 2017

Ausgangslage

In den Debatten um die Zukunft der Bürgergesellschaft kommt dem gesellschaftlichen Engagement von Unternehmen eine immer größere Rolle zu. Eine wachsende Zahl von Unternehmen nimmt diese Rolle selbstbewusst an und leistet mit ihrem freiwilligen Engagement einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Diskussionen über die Verantwortung von Unternehmen für eine nachhaltige Entwicklung und der damit verbundenen Corporate Social Responsibility verstärken diese Entwicklung. In diesem Kontext werden auch die Aktivitäten von Stiftungen als Ausdruck einer lebendigen Bürgergesellschaft betrachtet.

Immer mehr Unternehmen binden ihr gesellschaftliches Engagement gezielt in ihre Unternehmensstrategie ein und beteiligen sich gemeinsam mit gemeinnützigen Partnern an der Lösung gesellschaftlicher Aufgaben. Auch immer mehr Stiftungen engagieren sich gemeinsam mit öffentlichen oder frei-gemeinnützigen Kooperationspartnern, statt nur als Förderinstitution aufzutreten. Häufig prägen Kooperationen zwischen Wirtschaftsunternehmen, öffentlicher Hand und gemeinnützigen Organisationen Zufälligkeiten, die nur selten systematisch geplant und umgesetzt werden. Sektorenübergreifende soziale Kooperationen brauchen aber – wenn sie erfolgreich sein sollen – eine sorgfältige Vorbereitung und Begleitung. Vor diesem Hintergrund sind in den letzten Jahren viele Mittlerorganisationen (häufig Freiwilligenagenturen, Bürgerstiftungen und kommunale Fachstellen) entstanden, die zwischen Wirtschaftsunternehmen und Verwaltung bzw. gemeinnützigen Institutionen vermitteln. Sie verfügen über eigene Expertise mit Kooperationen und ermöglichen Zugänge zu neuen Engagementfeldern. Diese Mittler bauen Brücken zwischen den unterschiedlichen Organisationskulturen, Entscheidungsstrukturen und Handlungslogiken. Mit ihrer intermediären Funktion tragen sie zu einer transparenten und kooperativen Atmosphäre des Miteinanders bei.

Aufmerksamkeit hat das Engagement von Unternehmen und Stiftungen in jüngster Zeit auch durch die Stadtentwicklungspolitik bekommen. Insbesondere mit Sicht auf benachteiligte Quartiere mit multiplen sozialen, wirtschaftlichen und städtebaulichen Problemlagen stellen Stadtentwicklungsakteure die Fragen, welchen Beitrag Unternehmen und Stiftungen dort für die soziale Quartiersentwicklung leisten können und wie sich diese privaten Akteure als Kooperationspartner gewinnen lassen. Im ExWoSt-Forschungsfeld "Unternehmen und Stiftungen für die soziale Quartiersentwicklung" (2012-2015) wurde in acht Modellvorhaben erstmals systematisch versucht, Unternehmen und Stiftungen in die Aufgaben der Quartiersentwicklung einzubeziehen. Zu den Erfahrungen und Ergebnissen der Modellprojekte und den Erkenntnissen der Begleitforschung liegen ein umfangreicher Forschungsbericht (BBSR-Online-Publikation, Nr.13/2015) sowie die Arbeitshilfe "Benachteiligte Quartiere gemeinsam unterstützen" (BMUB, Berlin 2015) vor.

Ziel

Das Forschungsprojekt "Kooperationen von Kommunen und Privaten in der Sozialen Stadt" hat an den Empfehlungen des ExWoSt-Forschungsfeldes angesetzt und weitere Untersuchungen angestellt. Aufgabe von UPJ war es, gemeinsam mit neun ausgewählten Kommunen herauszufinden, welche Strategien sich eignen, um die Kooperation mit Unternehmen und Stiftungen zu fördern und diese privaten Akteure stärker als bisher in die soziale Quartiersentwicklung einzubeziehen. Der Fokus lag auf Fördergebieten des Programms Soziale Stadt. Die Kommunen sollten praktische Aktivitäten und Strategien entwickeln, um öffentliches Handeln und privates Engagement für die Quartiersentwicklung zu bündeln und zu verzahnen. Ziel dieser Kooperationen sollte dabei nicht der Rückzug der öffentlichen Hand sein, sondern die gemeinsame Übernahme von Verantwortung, um benachteiligte Quartiere zu stabilisieren. Langfristig sollen die Aktivitäten zu einem Verständnis von Stadtteilentwicklung als einer Gemeinschaftsaufgabe beitragen.

Auftragnehmer des Forschungsprojekts war UPJ e.V., Berlin.

Kontakt

  • Juliane Wagner
    Referat I 4 - Städtebauförderung, Soziale Stadtentwicklung

    Telefon: +49 228 99401-2335
    E-Mail: juliane.wagner@bbr.bund.de

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