Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt Investitionsprozesse bei Wohnungseigentümergemeinschaften mit besonderer Berücksichtigung energetischer und altersgerechter Sanierungen

Projektsteckbrief

Auch Wohnungseigentümergemeinschaften befassen sich mit Investitionen in Energieeffizienz und Barrierefreiheit. Es liegt auf der Hand, dass sie hier bei der Entscheidungsfindung und Organisation der Beschlüsse große Herausforderungen zu bewältigen haben - noch mehr als schon bei der reinen Instandhaltung. Sie müssen gemeinsam und möglichst einvernehmlich entscheiden, welche Maßnahmen sie realisieren wollen, wie sie finanziert werden sollen und wer sie planen und ausführen soll. Im Rahmen des Forschungsprojekts wurden anhand von Fallstudien Investitionsprozesse von Wohnungseigentümergemeinschaften analysiert.

Projektlaufzeit: Mai 2012 - Februar 2015

Ausgangslage

Wie verlaufen die Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse von Wohnungseigentümergemeinschaften, wenn es darum geht, energetische oder altersgerechte Sanierungsmaßnahmen durchzuführen? Die Konstellationen sind sehr unterschiedlich, die treibenden und hemmenden Kräfte vielfältig. Im Rahmen des Forschungsprojekts wurde die resultierende Investitionsbereitschaft untersucht und herausgearbeitet, welche Faktoren zu positiven und negativen Ergebnissen beitragen. Daran anknüpfend wurden die Handlungsansätze aufgezeigt, die energetische und altersgerechte Sanierungen in Gebäuden von Wohnungseigentümergemeinschaften erleichtern können.

In Deutschland gibt es laut Zensus 2011 knapp 9 Mio. Eigentumswohnungen, das sind rund 22% des gesamten Wohnungsbestandes. Angesichts eines seit geraumer Zeit hohen Anteils von Eigentumswohnungen im Neubaugeschehen und - für aktuelle Bestandsinvestitionen besonders bedeutsam - eines weiterhin feststellbaren Umwandlungsgeschehens von Mietshäusern zu Wohnungseigentümergemeinschaften ist zukünftig mit weiter steigenden Anteilen von Eigentumswohnungen zu rechnen. 

Energetische und altersgerechte Sanierungen von Wohngebäuden sind wichtige, gleichzeitig aber auch komplexe und oft kostspielige Bauaufgaben. Für die Werterhaltung des Wohnungsbestandes, die Lebensqualität der Bewohner aber auch die Klimaziele ist es bedeutsam, dass die in diesen Beständen bestehenden Potenziale genutzt werden und die Wohnungseigentümergemeinschaften in Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur altersgerechten Modernisierung investieren. Solche Sanierungen zu planen und zu realisieren ist schon für die meisten Einzeleigentümer eine Herausforderung. Wohnungseigentümergemeinschaften sehen sich aber vor zahlreichen zusätzlichen Hürden: Die beteiligten Eigentümerinnen und Eigentümer haben häufig unterschiedliche Interessen und finanzielle Möglichkeiten. Die Rechtsverhältnisse sind kompliziert und stellen - je nach Art der Sanierungsmaßnahme - hohe Anforderungen an die Vorbereitung von sowie die Mehrheiten bei den Beschlüssen.

Ziel

Aufgabe des Forschungsprojekts war, mit Fokus auf energetischen und altersgerechten Sanierungsbedarf, Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse von Wohnungseigentümergemeinschaften in unterschiedlichen Konstellationen (zu energetischen und altersgerechten Sanierungsmaßnahmen) zu analysieren und die daraus resultierende Investitionsbereitschaft und mögliche Hemmnisse zu bewerten. Dazu wurden geeignete Beispiele ausgewählt und in Form von Fallstudien untersucht. Aus den Ergebnissen sollte abgeleitet werden, 

  • welche typischen Strukturen und Merkmale erfolgreich durchgeführte und gescheiterte Sanierungsprojekte von Wohnungseigentümergemeinschaften haben,
  • welche Hemmnisse vorliegen und welche Möglichkeiten es gibt, vor diesem Hintergrund Investitionen im Bereich energetischer und altersgerechter Sanierung für Wohnungseigentümergemeinschaften zu erleichtern und beschleunigen,
  • welche Bedeutung Verwalterinnen und Verwalter bei diesen Investitionsprozessen haben und wie sie ihre Rolle ausfüllen,
  • wie Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten Investitionen von Wohnungseigentümergemeinschaften befördern können.  

Auftragnehmer für das Forschungsprojekt war Weeber+Partner, Institut für Stadtplanung und Sozialforschung, Stuttgart/Berlin in Kooperation mit ECONSULT Lambrecht Jungmann Partnerschaft, Rottenburg, Rechtsanwälte Dr. Greiner und Kollegen, Tübingen.

Kontakt

Diese Seite

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: Datenschutz

OK