Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Qualitätssicherung des GAEB-Datenaustausches für die Durchführung von Bauaufgaben öffentlicher Auftraggeber

Projektsteckbrief

  • Status Abgeschlossen
  • Laufzeit August 2007 – Mai 2008
  • Programm Zukunft Bau

In der Bundesrepublik Deutschland werden Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung für öffentliche Bau- und Bauunterhaltungsvorhaben des Bundes und der Länder über DV-gestützte Verfahren abgewickelt. Zum Austausch von Informationen und Leistungen wird hierbei das Datenaustauschformat des Gemeinsamen Ausschusses Elektronik im Bauwesen (GAEB) herangezogen. Das Forschungsprojekt hat die vorhandenen Datenaustauschformate analysiert und Optimierungsmodelle aufgezeigt, die als Entscheidungsgrundlage für die Qualitätssicherung und politische Akzeptanz des GAEB-Datenaustauschformates "GAEB DA XML" benötigt werden.

Projektlaufzeit: August 2007 – Mai 2008

Ausgangslage

Das GAEB-Datenaustauschverfahren bietet im Bauwesen eine Plattform für alle am Bau Beteiligten. Die angestrebte ganzheitliche und einheitliche Kommunikation im Bauwesen birgt ein noch nicht ausgeschöpftes Rationalisierungspotenzial. Mit diesem Verfahren ist eine Grundlage vorhanden, die gefestigt und weiter ausgebaut werden muss, da die Bedeutung der elektronischen Verfahren beim Datenaustausch im Rahmen der Gesamtentwicklung der ITK (Informations- und Kommunikationstechnik) noch weiter zunehmen wird.

Der Datenaustausch nach GAEB hat sich in Deutschland über verschiedene Entwicklungsstufen hinweg zu einem verlässlichen Standard entwickelt. Diese Entwicklung - das heißt auch die Umstellung von einem proprietären System auf die Beschreibungssprache XML (eXtensible Markup Language) mit internationaler Resonanz und fachlich offenen Entwicklungsmöglichkeiten - ist im Jahr 2007 mit GAEB DA XML Version 3.1 abgeschlossen worden. Die darüber hinausgehenden Abstimmungen und Erfahrungen sollen in einer weiter entwickelten Version realisiert werden. Damit verbunden ist auch, dass die Schnittstelle "GAEB DA 90“ fortan aufgrund wachsender technischer Anforderungen nicht mehr unterstützt wird.

Das Datenaustauschverfahren wurde in den über 20 Jahren seines Bestehens in verschiedenen Bereichen modifiziert und weiterentwickelt. Nicht nur der Planungsbereich, sondern auch die Bauausführung fand verstärkt Berücksichtigung. Im Jahr 2006 betrug das Bauvolumen in der Bundesrepublik Deutschland rund 240 Mrd. Euro, das sind 10,4 % des gesamten Bruttoinlandproduktes. Aufgrund von Schätzungen wird von diesen 240 Mrd. Euro ein Drittel per GAEB-Datenaustausch abgewickelt, das bedeutet eine GAEB-Transfersumme von 80 Mrd. Euro - Tendenz steigend.

Ziel des Projektes

Vor diesem Hintergrund war es ein Ziel dieses Forschungsvorhabens, anhand der vorhandenen Datenaustauschformate des GAEB zu untersuchen, welche Schritte erforderlich sind, um die gewünschte Akzeptanz in Wirtschaft und Politik zu erreichen. Dazu wurde untersucht, welche GAEB-Verfahren vorhanden sind und welche zukünftig Gültigkeit haben müssen. Weiterhin wurde analysiert, welche Schritte im Qualitätsmanagement erforderlich sind, um die steigende Bedeutung des GAEB-Datenaustausches im Bauprozess zu berücksichtigen. Eine weitere Frage war, welche Marketing- und PR-Schritte für die stärkere Verbreitung des GAEB-Datenaustausches erfolgen sollen und wie Synergieeffekte für den weiteren Einsatz des GAEB-Verfahrens zu erreichen sind.

Auftragnehmer des Forschungsprojektes war die Firma MWM Software & Beratung GmbH, Bonn.

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