Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Alternative Vertragsmodelle zum Einheitspreisvertrag für die Vergabe von Bauleistungen durch die öffentliche Hand

Projektsteckbrief

  • Status Abgeschlossen
  • Laufzeit August 2017 – Februar 2020
  • Programm Zukunft Bau

Bei komplexen Baumaßnahmen könnte der Abschluss von Bauverträgen in anderer rechtlicher Gestaltung als der des Einheitspreisvertrages der Projektrealisierung förderlich sein, um Bauzeit, Kosten und Qualitäten einzuhalten oder zu optimieren, ohne gleichzeitig die vertragsrechtlichen und haushalterischen Risiken und Streitpotenziale zu erhöhen. Für das Bauen der öffentlichen Hand auf Basis der VOB/B wurden alternative Vertragsformen zum Einheitspreisvertrag betrachtet und bewertet.

Ausgangslage

Wegen drastischer Kostensteigerungen und Terminüberschreitungen sind in Deutschland in jüngerer Vergangenheit einige Großprojekte in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die in der Öffentlichkeit diskutierten Projekte stehend stellvertretend für die Herausforderungen in der Realisierung vieler komplexer Bauvorhaben. Zu den Problemursachen bei komplexen Bauprojekten fanden in den vergangenen Jahren eine Reihe von Untersuchungen und Analysen statt. Einige wesentliche Ursachen können wie folgt zusammengefasst werden:

  • Unzureichende Bedarfsermittlung und Definition der Projektziele und darauf aufbauend ebenso unzureichende Budgetierung und Abschätzung des Terminrahmens
  • Unzureichendes Risikomanagement
  • Fehlende frühzeitige Einbindung und unzureichende Prozessintegration wesentlicher Projektbeteiligter
  • Mangelndes Vertrauen unter den Projektbeteiligten und eine von Misstrauen geprägte Projektkultur
  • Keine Regularien zur Entscheidungsfindung und unzureichende Konfliktlösungsmechanismen

Bei Baumaßnahmen mit besonderer Komplexität hinsichtlich Standort, Bedarfsanforderungen, Logistik, Größe, Zeit-, Kostenvorgaben könnte der Abschluss von Bauverträgen in anderer rechtlicher Gestaltung als der des Einheitspreisvertrages (z.B. guaranteed maximum price, target cost, open books, Partnering oder Lean Management etc.) der Projektrealisierung förderlich sein, um Bauzeit, Kosten und Qualitäten einzuhalten oder zu optimieren, ohne gleichzeitig die vertragsrechtlichen und haushalterischen Risiken und Streitpotenziale zu erhöhen.

Ziel

Das Forschungsprojekt sollte für das Bauen der öffentlichen Hand auf Basis der VOB/B alternative Vertragsformen zum Einheitspreisvertrag betrachten und bewerten, sowohl unter vertragsrechtlichen Gesichtspunkten, als auch unter Betrachtung wettbewerblicher und bauwirtschaftlicher Fragestellungen. Ziel war es zu untersuchen, ob durch andere als die bislang gängige Vertragsgestaltung die identifizierten Probleme vermieden oder zumindest reduziert werden können.


Auftragnehmer des Forschungsprojektes waren Dr. Wolfgang Breyer, Breyer Rechtsanwälte PartmbB, Stuttgart, Prof. Dr. Antje Boldt, Arnecke Sibeth Dabelstein Rechtsanwälte Steuerberater PartmbB, Frankfurt am Main sowie Prof. Dr. Shervin Haghsheno, Institut für Technologie und Management im Baubetrieb am Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), Karlsruhe.

Endbericht

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