Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Forschungsprojekt: Lieferketten in der deutschen Bauwirtschaft

Projektsteckbrief

Die Materialknappheit von Roh- und Grundstoffen sowie Vorleistungsgütern ist aktuell eine der größten Herausforderungen der Bauwirtschaft. Gründe sind die Nachwirkungen der Corona-Pandemie und der Krieg gegen die Ukraine, die sich auf die globalen Logistikketten ausgewirkt haben. In der Studie werden deshalb die internationalen Verflechtungen der Wertschöpfungskette Bau vertieft untersucht.

Ausgangslage

Trotz Corona-Pandemie entwickelte sich das deutsche Baugewerbe 2020 und 2021 positiv. Während die Nachfrage im Bausektor im Verlauf der Pandemie konstant stark war, wirkten sich diverse COVID-19-Restriktionen negativ auf Lieferketten und die Verfügbarkeit von Baumaterialien aus. Diese Entwicklungen haben in Kombination dazu geführt, dass die Preise für Grundmaterialien wie Holz, Stahl und Dämmstoffen kurzfristig erheblich anstiegen. Hinzu kommen eine weitere Verschärfung der Lieferengpässe und deutlich gestiegene Energiepreise aufgrund des Kriegs gegen die Ukraine, wovon nach Analysen von Oxford Economics vor allem die energieintensiven Sektoren Chemie, Verkehr und die Bauwirtschaft betroffen zu sein scheinen. Seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1991 gaben noch nie so viele deutsche Bauunternehmen an, dass Materialknappheit bzw. Kapazitätsengpässe ihre Bautätigkeit behindern, wie im Mai 2022 – das zeigt die monatliche Erhebung des Business Surveys der Europäischen Kommission.

Die weltweiten Lieferengpässe führen nicht nur zu Verzögerungen von Bauvorhaben, sondern könnten auch weitere Baupreissteigerungen bewirken. In Kombination mit gestiegenen Energiepreisen stellen sie außerdem ein Hemmnis für die gesamtwirtschaftliche Erholung dar.

Anlässlich dessen werden im Zuge der Studie die folgenden Fragen beleuchtet: Wie resilient ist die deutsche Bauwirtschaft mit Blick auf Unterbrechungen in den internationalen Handelsbeziehungen? In welchen Bereichen bestehen kritische Abhängigkeiten? Welche Beschaffungsmärkte sind von zentraler Bedeutung? Wie kann die deutsche Bauwirtschaft robuster gegenüber Lieferunterbrechungen werden?

Ziel

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, den derzeitigen Stand der Umsetzung von Innovationen im öffentlichen Hochbau aufzuzeigen und zu analysieren sowie Wege aufzuzeigen, wie der Innovationstransfer in die Baupraxis systematisch umgesetzt werden kann.

Grundlage der Analyse ist der öffentliche Hochbau: Der Innovationsgehalt der Baumaßnahmen der öffentlichen Hand und die bisherige Praxis sollen anhand zu definierender Indikatoren ermittelt, der Status quo aufgezeigt und in einer Hemmnis- und Potenzialanalyse vertiefend dargestellt werden. Weitere Projekte der öffentlichen Hand aus dem europäischem Ausland sollen vergleichend herangezogen werden.

Auftragnehmer

Kontakt

  • Stefan Rein
    Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
    Referat WB 13 „Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Bauwirtschaft“
    Telefon: +49 228 99401-1349
    E-Mail: stefan.rein@bbr.bund.de

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