Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) setzt das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) das Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ um. Städte und Gemeinden waren aufgerufen, dem BBSR bis zum 17.09.2021 Projektvorschläge für innovative Konzepte und Handlungsstrategien zur Stärkung der Resilienz und Krisenbewältigung einzureichen. Nach Durchführung eines Auswahlprozesses und Aufforderung zu einer qualifizierten Antragstellung sind in einer zweiten Phase mittlerweile rund 230 Zuwendungsanträge beim BBSR eingegangen. Diese werden derzeit geprüft. Erste Projekte sind bereits gestartet.

Viele Städte und Gemeinden sind von tiefgreifenden Veränderungen in ihren Innenstädten, Stadt- bzw. Ortsteilzentren und Ortskernen betroffen. Das gilt vor allem für einen anhaltenden Strukturwandel im Einzelhandel. Aber auch andere Nutzungen im Tourismus und im Gastgewerbe, von Kultureinrichtungen oder in Kirchen, gewerbliche Nutzungen und die Wohnnutzung sind zum Teil in ihren jetzigen Angebots- und Betriebsformen nur noch gering gefragt oder nicht mehr tragfähig. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie beschleunigen diese strukturellen Entwicklungen zusätzlich und decken die drängenden Handlungsbedarfe auf. Es bedarf zum Teil erheblicher funktionaler, städtebaulicher und immobilienwirtschaftlicher Anpassungen in den Innenstädten, Stadt- und Ortsteilzentren, um die generelle Funktion dieser Handlungsräume für die Gesamtstadt langfristig zu sichern.

Neben den Herausforderungen bietet der anstehende Transformationsprozess aber auch vielfältige Chancen, die es zu erkennen und in gute Lösungen umzusetzen gilt. Eine Neuorientierung von bislang stark einzelhandelsgeprägten Quartieren und Handlungsräumen hin zu neuen multifunktionalen Nutzungen mit einer Vielzahl von Akteuren eröffnet neue Möglichkeitsräume.

Das BMWSB möchte im Rahmen des Programms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ Städte und Gemeinden modellhaft bei der Erarbeitung von innovativen Konzepten und Handlungsstrategien und deren Umsetzung fördern. Im Kontext der Strategieentwicklung werden im Sinne von Reallaboren auch konkrete Einzelmaßnahmen zur Stärkung und Entwicklung der Innenstädte bzw. Zentren unterstützt. Ziel des Programms ist es, Städte und Gemeinden bei der Bewältigung akuter und auch struktureller Problemlagen in den Innenstädten, Stadt- und Ortsteilzentren zu unterstützen, indem diese als Identifikationsorte der Kommune zu multifunktionalen, resilienten und kooperativen Orten (weiter)entwickelt werden. Insgesamt stehen 250 Mio. Euro für die Programmbegleitung und Vorhaben bis 2025 zur Verfügung.

Die Kommunen werden während der gesamten Projektlaufzeit durch eine Begleitagentur unterstützt. Die Arbeit der Begleitagentur wird durch das Bieterkonsortium bestehend aus der empirica AG und dem Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V. (DV) sowie dem Fachgebiet Stadtmanagement der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus – Senftenberg (BTU Cottbus) und der Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH DSK) als Unterauftragnehmer erbracht.

Mit dem Bundesprogramm wird die Initiative des BMWSB ergänzt, das im Oktober 2020 den „Beirat Innenstadt“ einberufen hat, um im Sommer 2021 in einem gemeinsamen Arbeitsprozess eine übergreifende, an den derzeitigen Herausforderungen angepasste Innenstadtstrategie zu erarbeiten.

Das BMWSB veranstaltete am 6. und 7. Juli 2022 gemeinsam mit dem Beirat Innenstadt einen Innenstadtkongress in Potsdam. Der Innenstadtkongress diente dem fachlichen Austausch zu den aktuellen und strukturellen Herausforderungen und Chancen der Innenstädte.

Nähere Informationen zum Programm finden Sie auf der Website des Bundesprogramms "Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren".

Projektaufruf
Projektaufruf „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ (PDF, 529 KB, Datei ist barrierefrei/ barrierearm)

Auswahlliste
Auswahlliste „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ (PDF, 1 MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Kontakt

  • Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
    Referat WB 12 „Wohnen und Gesellschaft“ – Programm ZIZ

    E-Mail: wb12.ziz@bbr.bund.de

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