Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Baugenehmigungen: Kleinere Großstädte verzeichnen deutlichen Zuwachs

Die Bauämter genehmigten im Jahr 2020 den Bau von rund 368.400 Wohnungen. Ausgehend von einem hohen Niveau wurden damit nochmals 2,2 Prozent mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahr. Die höchsten Zuwächse verbuchten die kreisfreien Großstädte unter 500.000 Einwohner (+4,5 Prozent) und die ländlichen Kreise (+5,8 Prozent).

Die Genehmigungszahlen im Geschosswohnungsbau hielten das Niveau des Vorjahres. Fast zwei Drittel der Genehmigungen entfielen im Jahr 2020 auf Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (inkl. Wohnheime). Die kreisfreien Großstädte vereinten 43 Prozent der Genehmigungen im Geschosswohnungsbau auf sich, die städtischen Kreise 34 Prozent. Vor allem in den kreisfreien Großstädten unter 500.000 Einwohnern war der Zuwachs deutlich: Die Bauämter genehmigten hier rund 2.300 mehr Wohnungen in Mehrfamilienhäusern als 2019 (+8,3 Prozent).

Knapp 55.000 genehmigte Wohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden entfielen auf die sieben größten deutschen Städte. Berlin (20.500 Wohnungen), München (11.500) und Hamburg (10.100) führen die Liste der kreisfreien Großstädte und Landkreise an. Die Metropolen München und Köln konnten nach Rückgängen in den Vorjahren wieder etwas zulegen. Die weiteren fünf der sieben größten Städte hatten im Jahr 2020 Rückgänge von bis zu einem Viertel im Vergleich zu 2019 zu verzeichnen. Die Genehmigungszahlen in den 14 Städten über 500.000 Einwohner insgesamt gingen in 2020 auf einem hohen Niveau leicht zurück.

In den Umlandkreisen der sieben größten Städte sind die Genehmigungszahlen im Vergleich zu den Metropolen relativ stabil geblieben. Nur in den benachbarten Landkreisen von Berlin und Stuttgart gingen die Zahlen zurück. Im Umland von Hamburg, München, Köln und Düsseldorf konnten mehr Wohnungen genehmigt werden. Dabei wurde der Zuwachs im Umland von Hamburg und München vor allem durch den Eigenheimbau getragen, in den städtischen Kreisen entlang der Rheinmetropolen vor allem durch den Geschosswohnungsbau.

In den ländlichen Kreisen konnte der Eigenheimbau deutlich zulegen: Die Zahl der Baugenehmigungen stieg in diesem Segment um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Hälfte der Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern (60.300 Wohnungen) wurde in den ländlichen Kreisen genehmigt.

Die gemessen an der Einwohnerzahl deutschlandweit meisten Baugenehmigungen entfielen auf die bayerischen Städte Straubing (157 Wohnungen je 10.000 Einwohner) und Passau (120) sowie den Landkreis Bad-Tölz-Wolfratshausen (116), gefolgt von den Landkreisen Cloppenburg (99), Deggendorf (94) und dem brandenburgischen Umlandkreis Dahme-Spreewald (93). Bundesweit wurden 2020 im Schnitt 44 Wohnungen je 10.000 Einwohner genehmigt und damit fast doppelt so viele wie im Jahr 2010.

Die Daten der Baugenehmigungen stammen aus der Bautätigkeitsstatistik des Bundes und der Länder. Diese Statistik erfasst Baugenehmigungen, Baufertigstellungen, Bauüberhänge und Abgänge von Gebäuden. Die Erhebung der Daten erfolgt zunächst innerhalb der Länder und wird anschließend beim Statistischen Bundesamt zusammengestellt.

Deutschlandkarte: Baugenehmigungen Wohnungen insgesamt 2020 Baugenehmigungen Wohnungen insgesamt 2020

Deutschlandkarte: Baugenehmigungen nach Gebäudeart 2020 Baugenehmigungen nach Gebäudeart 2020

Diagramm: Baugenehmigungen nach Gebäudeart und siedlungsstrukturellen Kreistypen 2002 bis 2020 Baugenehmigungen nach Gebäudeart und siedlungsstrukturellen Kreistypen 2002 bis 2020

Diagramm Baugenehmigungen von Wohnungen in den sieben größten deutschen Städten Baugenehmigungen von Wohnungen in den sieben größten deutschen Städten

Diagramm: Baugenehmigungen von Wohnungen im Umland der 7 größten deutschen Städte Baugenehmigungen von Wohnungen im Umland der 7 größten deutschen Städte

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