Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Veröffentlichung Heimat und Stadtentwicklung

Titelseite: IzR 2/2019

Herausgeber: BBSR Reihe: Informationen zur Raumentwicklung (IzR) Ausgabe: 2/2019 Erschienen: Juli 2019 ISSN: 0303-2493 Sprache: Deutsch, Englisch

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Gedruckte Ausgabe

19,00 EUR

Der Begriff „Heimat“ taucht in letzter Zeit immer häufiger in politischen Diskursen auf. Nach der Umbenennung mehrerer Landes- und Bundesministerien wird er zum politischen Handlungsfeld. Ganz unabhängig von seiner historischen Verwendung transportiert der Begriff für viele Menschen ein Gefühl, auf dem sie ihre Identität aufbauen.

Die Beiträge im aktuellen Heft beschäftigen sich mit der Frage nach einer zeitgemäßen Interpretation von „Heimat“. Sie knüpfen an Debatten im Kontext der Stadt- und Raumentwicklung an, vom Zusammenleben in heterogenen Nachbarschaften über regionale Baukulturen bis zur Entwicklung peripherer Räume. Ziel ist eine Annäherung an „Heimat“ aus verschiedenen Richtungen.

Geographen, Ethnologen, Soziologen und Architekten reflektieren die aktuellen Fachdiskussionen. In Beispielen von Thüringen bis Lateinamerika werfen sie einen Blick auf konkrete Fragen der Gestaltung von Räumen des städtischen Zusammenlebens, die im Idealfall zu Heimat werden können. Ein Ausblick auf die zukünftigen Perspektiven von Stadt als Heimat verbunden mit Fragen zu Stadtplanung und Baukultur, Landschaftsgestaltung und Tourismus komplettieren das Heft.


Redaktion:
Karin Hartman,
Stephan Willinger ( stephan.willinger@bbr.bund.de ),
Daniel Regnery, Friederike Vogel


Inhalt
Download der Einzelbeiträge:
Karin Hartmann,
Stephan Willinger
Heimat und Stadtentwicklung
Einführung

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Dr. Robert Kaltenbrunner

Heimat
Annäherung an einen so schillernden wie missbrauchten Begriff

"Heimat" gehört zu den sentimental aufgeladenen Vokabeln, die uns das 19. Jahrhundert reichlich beschert hat. Heimat wurde seinerzeit umgemünzt in Wert des Gefühls. Inzwischen, so scheint es, ist Heimat weltweit zu einem knappen Gut geworden. Der Autor nähert sich in diesem Beitrag dem an, wofür Heimat heute steht oder stehen kann.

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Prof. Dr. Christoph Antweiler

Weltbürger – die Menschheit als Heimat?

In öffentlichen Debatten wird "Heimat" oft einseitig mit dem Geburtsort oder einem "Land der Herkunft" assoziiert. Der Begriff ist historisch vielfach belastet und steht unter prinzipiellem Ideologieverdacht, was angesichts seiner derzeitigen Renaissance nicht vergessen werden sollte. Es gibt dennoch gute Gründe, den wegen nationalistischer Konnotationen und nationalsozialistischem Missbrauch berechtigterweise verpönten Begriff heute in vorsichtiger Weise zu rehabilitieren.

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Dr. Karsten Berr,
Corinna Jenal,
Hannah Kindler,
Prof. Dr. Dr.
Olaf Kühne,
Jun.-Prof. Dr. Florian Weber

Heimaten gestern und heute
Von Flexibilisierungen und Hybridisierungen

"Heimat" erlebt seit einigen Jahren in unterschiedlicher Färbung eine Renaissance. Lokale Rekurse als Gegenentwurf zur Globalisierung und ausgrenzende Debatten um Überfremdung zeigen das ambivalente Spannungsverhältnis. Der Beitrag beleuchtet die Begriffsentwicklung von Heimat und fokussiert aktuelle Hybridisierungen am Beispiel des Saarlandes als Stadtlandhybriden.

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Prof. Dr. Uwe Altrock

Nachdenken über Heimat als öffentliche Aufgabe

Der Begriff Heimat ist – wieder einmal – in aller Munde. Wenn so etwas scheinbar Selbstverständliches und andererseits schwer Bestimmbares wie Heimat im beginnenden 21. Jahrhundert zum Namenspaten für Ministerien wird, ist zunächst Skepsis angezeigt. Hat sich der Populismus inzwischen auch in den christlichen Parteien so weit durchgesetzt, dass sie durch ein symbolisches Bekenntnis für Unterstützung werben möchten, und das unter Bezugnahme auf einen historisch immer wieder aufs Gröbste missbrauchten Begriff? Oder steckt mehr dahinter?
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Angelina Göb

Heimat im suburbanen Raum?!
Heimisch zwischen Heim und HeimArt

Kann Suburbia Heimat sein oder muss sie es sogar? Wenn ja, für wen und in welcher Form? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Beitrag und stellt anhand einer qualitativen Studie heraus, ob und wie sich Heimat im Suburbanen – aus Sicht ihrer Bewohner – darstellt.

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Marie Heřmanová,
Michal Lehečka

Arrival City
Invisible Diversity at Prague‘s Housing Estates

After 1989, socialist modernist cities in Prague have undergone significant changes in their neighbourhood structure. How does international migration (especially from eastern Europe) change the public space and everyday live in the housing estates in Prague’s Southwest city?

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Roland Lange,
Dr. Burkhardt Kolbmüller,
Ulrike Rothe, Ulrike Rose,
Hanka Giller,
Anika Gründer,
Florian Kirfel

Multiple Heimaten – eine Thüringen-Reise

Ein Blick auf Kannawurf, das Schwarzatal, Saalfeld und das Schloss Bedheim: Was tun lokale Akteurinnen und Akteure, um ihren Wohnort zur Heimat zu machen? Wie gestalten sie die Zukunft? Und mit welchen besonderen Herausforderungen haben sie zu kämpfen?
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Nilsson Samuelsson

Die Dresdner Neustadt als "Ort des Widerstands"

Im Gespräch mit Karin Hartmann erklärt Nilsson Samuelsson, was die Dresdner Neustadt ausmacht und warum er mit dem Begriff "Heimat" noch nicht ganz warm geworden ist.

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Dr.-Ing. Uwe Ferber,
Prof. Manfred Gerner

Migration und Fachwerkstadt
Eine Symbiose?

Migration und Fachwerkstadt – nicht erst heute eine Herausforderung für Zivilgesellschaft und Kommunen. Welche Strategien und Lösungsansätze bietet die "Fachwerktriennale 2019", um für Neuankommende eine neue Heimat zu schaffen?

Download (PDF, 2MB, Datei ist barrierefrei/ barrierearm)

Prof. Dipl.-Ing. Martin Hoelscher

Ein Haus für Immer
Heimat in informellen Quartieren in Kolumbien

Wie kann Heimat entstehen, wenn eine Verwurzelung an einem für die eigene Lebensgeschichte wichtigen Ort aufgrund der politischen oder sozioökonomischen Bedingungen schwierig oder unmöglich ist? In weiten Teilen Lateinamerikas müssen sich Menschen ihre Heimat hart erkämpfen. Ein Blick nach Kolumbien soll die nach dem Ende des Bürgerkriegs verbundenen Herausforderungen damit aufzeigen.

Download (PDF, 20MB, Datei ist barrierefrei/ barrierearm)

Stephan Willinger

Urbane Narrative
Geschichten für Städte im Wandel

Geschichten sind von großer Bedeutung für unser Leben in der Stadt! Verfestigen sie sich zu Narrativen, dann prägen sie die Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen – und damit auch unsere Teilhabe an Prozessen der Stadtentwicklung und unser Zugehörigkeitsgefühl zu Orten, Städten und Landschaften. Wie lassen sich Planungsprozesse gestalten, die das alltägliche Erzählen stärker berücksichtigen? Wie können Narrative zur nötigen Transformation unserer Städte beitragen?

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